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Die genaueste Messung zur Feststellung der momentanen Stoffwechsellage stellt die Bestimmung des Blutzuckers dar. Leider ist diese mit der Gewinnung von Blut verbunden und bis heute nicht vermeidbar. Um 1900 wird mit einem Colorimeter unter Verwendung eines Viertel Liter Blutes die Glukose bestimmt. Die anschließende Festlegung des Blutzuckerwertes wurde durch Prismen, Lichtdrehung, Farbvergleiche durch Farbkeile oder Farbscheiben usw., durchgeführt.

Ende der 20er Jahre entwickelte Wilhelm Crecelsius (1898-1979) einen Kolorimeter. Mit ihm wurde noch in den 70er Jahren der Blutzucker nach Crecelsius-Seifert bestimmt. Nachteil dieser optischen Geräte war bei der Auswertung, aus heutiger Sicht, der vorherige beträchtliche Aufwand durch Mischung der Probe mit einer Vielzahl von Chemikalien. Filtrieren, Aufkochen, Abkühlphase, die eventuellen schlechten Lichtverhältnisse bei der Auswertung oder die Übermüdung des Untersuchenden führten oftmals zu ungenauen Ergebnissen.

1950 versucht man zur quantitativen Blutzuckerschätzung den Pikrator zu etablieren. Er arbeitet in einem Schnellverfahren von sieben bis zehn Minuten und lässt, laut Hersteller, eine Blutzuckerschätzung zu. Die benötigte Blutmenge ist 0,1 ccm. Die Blutzuckertabelle zeigt den Messbereich von 150-877 mg% auf. Zur schnellen Erkennung einer Unterzuckerung, wie im beiliegenden Blatt so formuliert, dient er vermutlich nicht besonders.

Anfang der 70er Jahre revolutioniert sich die Blutzuckermessung durch die Einführung von Messgeräten, die selbstständig einen Bluttropfen auswerten können. Dieser wurde vorher auf einen Teststreifen aufgebracht. Diese Geräte arbeiten noch analog, sie verfügen über ein großes Zeigerfeld. 
Die digitalen Blutzuckermessgeräte kommen etwa zehn Jahre später auf den Markt.

Fortan, durch die weitere Entwicklung, werden sie kleiner und somit handlicher, bunter und die Auswertung geht schneller. Heute benötigen sie bei Weitem auch nicht mehr die Blutmenge der Vorläufermodelle. Während diese in der BRD bald zum diabetischen Alltag werden, wurde in der DDR bis zur Wende, bei den meisten Betroffenen, der Blutzucker einmal im Monat in einer Poliklinik bestimmt. 
An dieser Stelle zeigen wir noch Anjas erstes Blutzuckermessgerät aus dem Jahre 1994. Das bekam sie damals nach ihrer Erstmanifestation. 
Bei der heutigen Flut an Gerätschaften wollen wir hier noch erwähnen, dass wir ganz sicher das Modell via Foto präsentieren, dass keinen Tropfen Blut zur Blutzuckerbestimmung benötigt.
Wir gehen noch auf die Hilfsmittel ein, die man zur Bluttropfengewinnung braucht. Zum einen waren es solche Blutentnahmebestecke. Die Spitze, die dafür diente, glich einem kleinen Schraubenzieher. Das Blut wurde an den Fingerspitzen entnommen. 
Ende der 50er Jahre kommen Blechfedern in die Labore. An die kann ich mich als Nichtdiabetiker erinnern. Sie waren sehr unangenehm. 
Anfang der 80er Jahre legt die Firma Owen Mumford diese Stechhilfe mit auswechselbaren Lanzetten in die zuckerkranken Hände. Die Lanzetten waren und sind feine Nadeln.

Auch diese Hilfsmittel entwickeln sich, wie die Blutzuckermessgeräte, weiter. Die Lanzettennadeln erhalten neue, vermehrte und stärkere Schliffe. Dadurch werden die Einstichkanäle feiner und flacher und die Verletzungen kleiner. Die Gewinnung des Bluttropfens wird somit schmerzarm und ist etwas leichter zu ertragen. Die moderne Diabetestherapie erfordert ja auch eine mehrfache, tägliche Kontrolle des Blutzuckerverlaufes. 
Durch die Einführung eines stechfreien Blutzuckermessgerätes würden diese Hilfsmittel nicht mehr benötigt. Das wäre, nach unserer Meinung, sehr zu befürworten.
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